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Bistum Fulda

Priesterweihe im Fuldaer Dom

„Behalten wir Menschen im Blick, die in Zelten hausen"

Fulda. Bischof Dr. Michael Gerber hat am Samstag (12.9.) im Fuldaer Dom zwei Diakone zu Priestern geweiht: Diakon Kai Scheffler aus der Pfarrei St. Michael in Michelsrombach (Diakonatspfarrei: St. Peter Fritzlar) und Diakon Patrick Vey von der Kongregation der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI). Vey stammt aus der Pfarrei St. Nikolaus und St. Valentin in Steinau-Steinhaus. 


Die Priesterweihe war aufgrund der Corona-Pandemie verschoben worden. Wegen der geltenden Hygienebestimmungen konnten nur geladene Gäste im Dom zugelassen werden. Zudem wurde der Gottesdienst via Livestream übertragen. Die Schola des Jugendkathedralchors unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang Chorsätze aus der Missa Pueri Cantores Treverensis sowie von M. Vulpius und Chr. Tambling. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser.


 
 

"Lager Moria und die Grundlagen christlich-jüdischen Glaubens"

Bei der Priesterweihe erinnerte Bischof Dr. Michael Gerber daran, dass Christen – gemeinsam mit Juden – eine wesentliche Glaubens-Wurzel in der Flucht des Volkes Israels vor der Sklaverei in Ägypten haben. Zu dieser Flucht gehörte eine lange Wanderung durch die Wüste - mit Zelten. Dies macht nach den Worten des Bischof von Fulda bewusst, „wie sehr das, was derzeit auf den griechischen Inseln geschieht und vor allem die Art und Weise, wie wir darauf reagieren, mit den Grundlagen unseres menschlichen Zusammenlebens zu tun hat.“ Beim Zug durch die Wüste sei dem Volk Israel deutlich geworden: „Gott zeltet mitten unter uns“. Gerber sagte bei der Priesterweihe: "Inmitten unserer Zelte ist das Zelt Gottes." Dieses Bild vom Zelten Gottes sei nicht nur ein Relikt aus ferner Zeit: "Wo schlägt Gott heute sein Zelt auf?" 


"Priester sind Menschen des Zeltes"

Priester sind nach den Worten des Bischofs von Fulda deshalb “Menschen des Zeltes“. Wie Gerber in seiner Predigt erklärte, heißt das Zelt Gottes bei der Wüstenwanderung Israels in der lateinischen Fassung des Buches Exodus "tabernaculum testimonii" (Ex 40,1): Zelt wird also lateinisch übersetzt mit dem Wort „tabernaculum“ – Tabernakel (also die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der in der Eucharistiefeier konsekrierten Hostien, die nach katholischer Lehre Leib Christi sind und bleiben). Der Dienst der Priester finde seine Mitte in der Feier der Sakramente - besonders der Eucharistie, erklärte Gerber: „Die Kirche lebt in ihrem innersten Kern aus dem, was sie selbst nicht machen, nicht herstellen kann. Die Kirche lebt davon, dass Gott in der Feier der Sakramente sozusagen immer wieder sein Zelt unter uns aufschlägt.“


Coronakrise: Kleines Zelt statt große Umarmung

Die Riten bei der Weihe enden normalerweise mit dem Friedensgruß und der Umarmung der Neugeweihten durch den Bischof. Mit Blick auf die Coronakrise drückte Bischof Gerber dieses tiefe Symbol des Friedensgrusses bei der Priesterweihe auf andere Weise aus: Er schenkte den Neugeweihten ein kleines Zelt-Modell – verbunden mit dem Wunsch: „Behalten wir die Menschen im Blick, die in den Zelten hausen, für die Frieden weit entfernt ist.“ Einen weiteren Wunsch formulierte der Bischof so: „Da, wo Sie Menschen segnen, wo Sie ihnen den Frieden Gottes zusagen, da möge das Ihnen und Ihrem Gegenüber helfen, das Zelt Gottes mitten unter uns Menschen zu entdecken.“


Bistum Fulda leistet Beitrag zur Aufnahme von Schutzsuchenden aus Lager Moria

Nach den Worten von Bischof Dr. Michael Gerber wird das Bistum Fulda in Kürze einen Beitrag zur Aufnahme von Schutzsuchenden aus dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos leisten.  "Sobald für das Land Hessen die konkrete Hilfe geplant wird, bringen wir uns ein, um Geflüchteten in ihrer Not zu helfen", erklärte der Bischof am Samstag (12.9.) in Fulda. Weite Teile des Lagers Moria waren durch mehrere Brände zerstört worden. Rund 13.000 Menschen haben keine Unterkunft mehr. Der Bischof von Fulda verweist auf die katholische Friedensbewegung "pax christi", die schon seit Monaten in einer Kampagne gefordert hatte: "Vor Weihnachten raus aus Moria". Mit Blick auf die dramatische Lage dort müsse jetzt gehandelt und Solidarität gezeigt werden, erklärte Gerber. 


Bischof: "Bilder von Lesbos bewegen uns tief in unserer Seele"

Die Flammen im Flüchtlingslager Moria und das Schicksal der Geflüchteten, die bei den Bränden auf der Ägäis-Insel Lesbos auch die letzten Habseligkeiten verloren haben, sind so auch bei einer Priesterweihe am Samstag im Fuldaer Dom zum Thema geworden. Bischof Dr. Michael Gerber verwies auf die „schrecklichen Bilder vom Brand im Lager Moria“ und sagte: „Diese Bilder bewegen uns tief in unserer Seele.“ 


Hilfe für Geflüchtete im Lager Moria - Spendenaktion der Diözese Fulda

Als Zeichen der Solidarität wird die Kollekte bei der Priesterweihe im Fuldaer Dom der Hilfsaktion für die Geflüchteten im Lager Moria zugute kommen. Wer die Aktion unterstützen möchte wird gebeten, seinen Beitrag auf das eingerichtete Spendenkonto des Bistums zu überweisen:


Sparkasse Fulda, IBAN DE15 5305 0180 0000 0022 66, Verwendungszweck "Spende Moria, Projekt V20403". Eine Spendenbescheinigung kann ausgestellt werden, wenn im Verwendungszweck die vollständige Anschrift angeben wird.


Alle Bilder: Bistum Fulda / Ralph Leupolt

12.09.2020


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Redaktion: Robert Eberle

 

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